2007 - Ein ereignisreiches Jahr fuer die Rudolfsgnader:

18. Rudolfsgnader Treffen in V-Schwenningen - Besuch in Knicanin/Rudolfsgnad -

19. Treffen der Heimatortsgemeinschaft (H.O.G.) Rudolfsgnad voraussichtlich in 2009.

Viele Donauschwaben aus Rudolfsgnad/Banat haben nach dem Zweiten Weltkrieg in Villingen-Schwenningen eine neue Heimat gefunden. So dass sie sich hier immer wieder treffen. Am 25. August 2007 fand in Villingen-Schwenningen das 18. Rudolfsgnader-Treffen statt. Es kamen Rudolfsgnader aus Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Kanada und USA, um sich mit Freunden und Verwandten zu treffen. Bei der Gedenkfeier der Rudolfsgnader auf dem Waldfriedhof wurde der Toten gedacht. Der Vorsitzende der H.O.G. Rudolfsgnad, Richard Harle:„Die Rudolfer stehen an einem Wendepunkt: wenn Heimat dort ist, wo man seine Graeber hat, dann werden wir eines Tages feststellen, dass wir bald mehr Graeber in unserer neuen Heimat haben. Im Waldfriedhof in Villingen-Schwenningen, sind schon weit mehr als einhundert unserer Verwandten und Freunde begraben“.

Rudolfsgnader, die im Anschluss an das Treffen, vom 26. bis 31. August eine Reise in die alte Heimat machten, haben beides erlebt: Heimat- und Friedhofsbesuch. Die Reise organisierte Peter Konrad Brenner. Mit einer Kranzniederlegung wurde an den Massengraebern der ueber 12000 Toten des Vernichtungslagers Rudolfsgnad gedacht, die in der alten Heimat, nunmehr in geweihter Erde ruhen.  Die Massengraeber mit ueber 9000 Toten auf der Teletschka, wurden zu einem Friedhof geweiht. Die Teilnehmer an dieser Reise nach Rudolfsgnad/Knicanin sind tiefbewegt zurueckgekommen.

Das 18. Rudolfsgnader Treffen fand im Festsaal des Hotels Neckarquelle statt. Die grossen Familien, die fuer Rudolfsgnad typisch sind, sind auch heute noch der „harte“ Kern der Heimatortsgemeinschaft. Der Vorsitzende der H.O.G., Richard Harle, dankte Philipp Lung, der  u.a. das Rudolfsgnader Familienbuch verfasste, fuer die umfangreiche und fundierte Familienforschung.  Zum 18. Treffen konnte erneut ein Werk vorgelegt werden das einen Meilenstein in der Dokumentation bildet: die digitalisierte Neuauflage der Ortsmonographie von 1891. Die Erstausgabe war nur mehr in wenigen Exemplaren vorhanden, sodass der Ortsausschuss die Neuauflage dieser Monografie in digitalisierter Form beschlossen hatte. 

Die Chronisten dieser Monografie gaben schon im Jahre 1891 ihren Nachkommen einen verpflichtenden Auftrag, wenn sie ueber die Dorfgeschichte schreiben: „Die Gemeinde Rudolfsgnad hat eine ebenso verhaengnisvolle als interessante Vergangenheit hinter sich, die bei keiner anderen Gemeinde der ganzen Monarchie mit aehnlichen Verhaeltnissen geschichtlich nachweisbar ist. Nach hundertjaehrigem Bestand dieser Gemeinde werden ihre Bewohner selbst bei der besten Tradition nicht in der Lage sein, sich genaue Vorstellungen zu machen ueber die vielen Kaempfe, ueber die harten Schicksalsschlaege, ueber die oft verzweiflungsvolle Nothlage, so wie aber auch ueber die freudige Wiedererstehung, welche aus der Vergangenheit an das Dasein dieser Gemeinde geknuepft sind, wenn nicht die jetzt lebende Generation dafuer sorgen moechte, der Nachwelt ein treues Bild ueber die eigentuemlichen Ansiedlungsverhaeltnisse dieser Gemeinde zu hinterlassen….“ - Seit der Ansiedlung von Rudolfsgnad im Jahre 1866 sind nunmehr einhunderteinundvierzig Jahre vergangen und die weltgeschichtlichen Ereignisse haben einen Lauf genommen, der von den Ansiedlern des Jahres 1866 und den Chronisten des Jahres 1891 weder erwartet oder auch nur erahnt wurde. Die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges fuehrten zum endgueltigen Untergang des donauschwaebischen Dorfes Rudolfsgnad. Das Vernichtungslager Rudolfsgnad wurde von 1945 bis 1948 fuer viele Donauschwaben zum Ort des Leidens.

 

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Der Ortsausschuss der Heimatortsgemeinschaft Rudolfsgnad traf sich am 11. Januar in

Dauchingen bei Schwenningen. Die Vorbereitung des 18. Treffen der Rudolfsgnader am

25. August stand im Vordergrund der Beratungen.

Gleichzeitig wurde ueber eine Reise nach Rudolfsgnad/Knicanin direkt im Anschluss an das

Treffen beraten. Bei genuegend Anmeldungen wird diese Reise stattfinden. Die Fahrt in die

Vergangenheit wird wieder – wie bereits vor 2 Jahren – von Peter Brenner organisiert werden.

Anmeldung bei: K.P. Brenner, Telefon 07720-959441.

In der Sitzung wurde ganz besonders der Vertreter des Vereins Gedenkstaetten Rudolfsgnad e.V., Michael Bittenbinder aus Muenchen, begruesst. Als Architekt hat M. Bittenbinder durch seine Verpflichtung von Graefin Schoenborn, einer renommierten Landschaftsarchitektin, einen praegenden Einfluss auf die Gestaltung der Gedenkstaetten in Rudolfsgnad/Knicanin genommen.

Die Sitzung des Ortsausschusses bot Gelegenheit, den Stand der Baumassnahmen der Gedenkstaetten zu erlaeutern. Dabei war festzustellen, dass die oertlichen Kontakte in Rudolfsgnad, die durch LM Lorenz Baron zur Ortsverwaltung aufgebaut wurden, fuer die Errichtung und Erhaltung der Gedenkstaette auf der Teletschka und der Wiederaufbau der Friedhofskapelle eine Grundvoraussetzung waren.

Die Neu-Herausgabe der 1891er Ortsmonographie von Rudolfsgnad wurde angekuendigt.

Mit den modernen Moeglichkeiten der Textverarbeitung soll dieses, nur noch in wenigen

Original-Exemplaren vorhandene Buch, wieder veroeffentlicht werden. Es enthaelt u.a. auch eine Einwohnerliste der Rudolfsgnader aus dem Jahr 1891.

Die Aufarbeitung und die Veroeffentlichung des Rudolfsgnader Kirchenbuches 1866-1944 ist ein weiteres Projekt, das von Philipp Lung und Elisabeth Annau zur Zeit in Bearbeitung ist.

 

Der Vorsitzende der H.O.G. Rudolfsgnad, Richard Harle, dankte allen Mitgliedern des Ortsausschusses fuer ihren Einsatz zum Wohle der Gemeinschaft. Den rd. 1000 Personen/

Familien, deren Adressen von der H.O.G. erfasst sind, wird im Fruehjahr eine persoenliche Einladung zugestellt werden. Dieser Einladung werden auch weitere Informationen ueber

die Heimatortsgemeinschaft beigefuegt.

Der Ortsausschuss gruesst die Rudolfer in aller Welt und freut sich ueber eine rege Teilnahme

am Treffen im August in Villingen-Schwenningen.

Richard Harle, Vorsitzender der H.O.G. Rudolfsgnad      

 

                

 

Memorial in Rudolfsgnad.  Inauguration of the reconstructed chapel and erecting of the stone cross overlooking the mass graves on the Teletschka.

 

                 

 

On November 4th, 2001, in a dignified ceremony, the 12,000 dead of Rudolfsgnad were remembered; 3,000 are buried at the cemetery of Rudolfsgnad (Knicanin) while 9,000 lie in mass graves on the Teletschka. The memory of those killed and the wish to build a better future united the participants in this memorial service.

 

                     

The Danube-Swabian compatriots from abroad and the representatives of the local community administration took part in the blessing of the graves by clergymen of the Orthodox as well as Protestant and Catholic churches. The joining together in a common prayer was indeed a unifying force.  The sound of the bell in the reconstructed cemetery chapel rang out across the graves in Rudolfsgnad for the first time in over 57 years. The likelihood of such an event after so many years was made possible above all through the efforts of our Rudolfsgnader compatriot Lorenz Baron and the community secretary Srbojub Stojkovic of the Knicanin community administration.  The intense efforts of Lorenz Baron were rewarded in Knicanin with the readiness of the public administration to unearth the past.

 

 

It began with the memorial service first held by the Association of Serbian-German Cooperation, on November 7th, 1997.   It is also thanks to this association that in 1998, memorial plaques in the Serbian and German languages were placed at the mass graves in the cemetery (3,000 buried) and on the Teletschka (9,000 buried). Professor Dr. Zoran Ziletic and his fellow campaigners of the Association of Serbian-German Cooperation were the first to  publicly commemorate the victims of Rudolfsgnad.  In November 1999 and November 2000, similar commemorative ceremonies were also held.

 

On November 4th, 2001, through the reconstruction of the cemetery chapel and the erecting of the stone cross on the Teletschka, similar to the one which once stood in front of the church in Rudolfsgnad, another meeting was held between the Danube-Swabians, the local population and their official representative.  After the memorial service, the meeting was then continued at the former “Frank” Inn. 

 

Rudolfsgnad (now known as Knicanin) was colonized after 1948 by settlers from southern Serbia.  For these settlers, Knicanin became the new hometown. They knew nothing or very little about the Danube-Swabian past of the village. However, through these encounters, new human and personal contacts have been forged.  Does the picture of the stone cross point to better days in the future?  It’s a silent memorial to the dead of Rudolfsgnad and a warning for future generations.

 

      

 

        

 

Memorial plaques - Rudolfsgnad by Prof Dr. Zoran Ziletic 1998  Society for Serbian-German collaboration.

 

Top: At the cemetary

 

Bottom: On the Teletschka

                           

Posting and translation by R.Kirchner with help from  S.Feher